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Töplitz: Der Inseltag, die Wappenkirsche und der Weinhang am Klosterberg

Es ist immer wieder erstaunlich. Da tingelt man seit Jahren durch alle möglichen Teile Brandenburgs und ist noch nie darauf gestoßen, dass es da um die Ecke von Potsdam eine bewohnte Insel gibt, komplett umschlossen vom Wasser der Havel und dabei so groß wie ein Berliner Stadtteil. Mit richtigem kleinen Inselflair, das von den Bewohnern auf herzliche Weise gepflegt wird und keineswegs konstruiert ist. Sicherlich – die jenseitigen Küsten sind an den meisten Stellen nicht mehr als einen Steinwurf oder Pfeilschuss entfernt und mancher See-Insulaner mag milde lächeln, doch Fakt ist ebenso, dass Töplitz für motorbetriebene Fahrzeuge nur über eine einzige Straße zu erreichen ist, von Osten her.

Wegweiser in Neu Töplitz
Wegweiser in Neu Töplitz

Ähnlich Fehmarn in Schleswig-Holstein wird die Insel von einer Autobahn gequert und ist daher auch auf diesem Wege gut zu erreichen, unter Nutzung der erwähnten Straße. Ebenso gut lässt sich per Rad auf die Insel gelangen, denn seit der letzten Jahrtausendwende führt ebenfalls von Osten ein Fußgängersteg in ansehnlichem Bogen auf die Insel. Der passende Bahnhof ist der von Golm, einem Dorf etwas westlich des Parks von Sanssouci. Vor einigen Jahrzehnten gab es von Phoeben noch eine Fährverbindung nach Töplitz, über deren saisonale Reaktivierung aktuell nachgedacht wird. Über die ganze Insel zieht sich ein Netz von Wander- und Radwegen, das Optionen für das abwechslungsreiche Verbringen mehrerer Tage bietet und die Entscheidung für nur eine Tour keineswegs leicht macht.

Im innersten Zentrum des Ortes Töplitz
Im innersten Zentrum des Ortes Töplitz

Töplitz ist ein Ortsteil von Werder und führt einen Kirschzweig im Wappen. Das sieht man der Insel an vielen Stellen noch an, auch wenn die Spuren allmählich verblassen. Auf der leicht erhobenen nördlichen Hälfte der Insel ist von fast jedem Punkt eine Obstplantage oder Streuobstwiese zu sehen, meistensteils Kirschen, wie sich versteht.

Der Töplitzer Süden ist meistenteils friesisch platt und wasserdurchtränkt, doch zwischendurch erheben sich eindrücklich und an mehreren Stellen kleine Höhenzüge oder regelrechte Berge. Einer von ihnen steht frei in seiner topfebenen Umgebung und präsentiert am langen Südhang einen schönen Weinberg, der sicherlich irgendeinem Superlativ genügt. Das zugehörige Weingut schmiegt sich östlich an den Fuß des Berges, zum Dorf Neu Töplitz hin. Die wiederbelebte Weintradition wurzelt irgendwo bei den Aktivitäten des Klosters Lehnin, das in der Geschichte der Insel eine relevante Rolle spielte.

Rebenhang am Klosterberg, Neu Töplitz
Rebenhang am Klosterberg, Neu Töplitz

Töplitz betont seine Insellage, ist aber diesbezüglich nicht extra touristisch aufgebrezelt worden. Aus meiner Sicht ist es grundehrlich und gibt ein echtes Stück vom Brandenburger Leben wider. Der direkte Kontakt zur Küstenlinie ist nur an einigen Stellen möglich, doch dann ist es um so eindrucksvoller, wenn sich vor einem die weite Fläche des Göttinsees aufspannt, je nach Wind und Wetter aufgepeitscht oder ruhig und blau. Oder sich am jenseitigen Havelufer über Phöben die steil ansteigenden Höhen der Phöbener Heide erheben, mit ihrem leuchtend in die Bergflanke gegossenen Dünenhang. Auch der leicht verwunschene, schmale Übergang bei Einhaus oder das geradelinige Ufer des Kanals im Norden sind den Besuch wert und unterstreichen die Vielgestalt der Töplitzer Gestade.

Obstwiese im Inselnorden
Obstwiese im Inselnorden

Töplitz

Beim Bäcker kurz vorm Ortskern ist es schon zu beobachten, was in der Ortsmitte fortgeführt wird. Diese Stimmung von Insel. Bevorzugtes Verkehrsmittel für den kurzen Weg zum Besorgen der Brötchen oder der Butter fürs Frühstück oder auch des Biers zum abendlichen Grillen ist hier ein solides Fahrrad ohne viel Zierrat. Das Tempo ist entspannt, das Fahrradschloss bleibt in den meisten Fällen ungenutzt. Allein bei diesem Anblick fühlt man sich schon im Urlaub, wenigstens ein bisschen. Ganz gleich bei welchem der Geschäfte, es ist stets ein leichtes, angenehm entspanntes Kommen und Gehen.

Gegenüber des zentralen Schwarzen Bretts an der meistgenutzten Kreuzung der Insel liegen in friedlicher Koexistenz zwei Geschäfte, die sich gegenseitig ergänzen, fast ohne Überlappung. Im Inselmarkt gibt es alles, was sich verzehren lässt oder alle wird in absehbarer Zeit, die Waren also des täglichen Bedarfs. Waren des monatlichen, jährlichen oder einmaligen Bedarfs hingegen und fast ausschließlich solche, die als unverdaulich gelten, bietet in einer kaum fassbaren Mischung der Töplitzer Einkaufsmarkt. In nur drei bunt-gemischten Regal-Reihen gibt es hier alles, was man sich an drei langen Abenden am Lagerfeuer hätte ausdenken können, nur um auf etwas zu kommen, was sie dann doch nicht haben hier.

Robinienwald auf dem Weg zum Göttinsee
Robinienwald auf dem Weg zum Göttinsee

Vergebens vermutlich, denn hier gibt es wirklich so gut wie alles. Von der handgetöpferten Butterdose über Filzstifte und –pantoffeln bis hin zu 5-Kilo-Hämmern und Autolack, Angelsehne oder einzelnen Schrauben. Auch ein Set fürs Entenangeln bekommt man oder ein Schnapsglas oder Vogelfutter. Angeschlossen ist ein gut sortierter Blumen- und Pflanzladen, und betrieben wird das Ganze von zwei Damen, die das Herz am rechten Fleck haben und den größten Teil der Kundschaft mit dem Namen ansprechen. Wer hier war, kommt gerne wieder. Ergänzt wird dieser Kiez durch ein Hotel, von dem direkt die Stichstraße zum Strand zu führen scheint.

Der Frühling hat das Land unwiderruflich erreicht, da kann es an einzelnen Tagen der Woche gern noch kalt grau und und wettrig sein, doch das Erwachen aller Natur ist angelaufen. Dementsprechend sind alle draußen in ihren Gärten, mit einem Lächeln in den Sinnen oder im Gesicht, und auch beim Kindergarten wird der Spielplatz aufgehübscht, ein neues Segelschiff zusammengenagelt und frischer heller Sand verteilt. Am Ortsrand geht es kurz hinab und macht erst klar, das Töplitz etwas auf der Höhe liegt, was sinnvoll scheint und darum einleuchtet für den Hauptort einer Insel. Unterhalb eines kleinen, zerfurchten Höhenzuges voller Kiefernwald, einem Spielparadies für Kinder und Mountainbiker, ruhen ungestört zwei Angelteiche mit schönen Uferstellen.

Uferplatz in Göttin
Uferplatz in Göttin

Neu Töplitz

Auf den wenigen Metern zwischen dem Ortsschildern von Töplitz und Neu Töplitz rückt der Klosterberg ins Bild, der prägnanteste Berg der Insel, und präsentiert stolz seinen flachen Südhang, bedeckt mit langen Reihen von Rebstöcken. Schöne Wege locken hin zum Berg, der sich komplett umrunden lässt. Solcherart einladend sind viele Wege auf der Insel, und in der Tat sind den ganzen Tag über Radfahrer und Spaziergänger anzutreffen, ganz gleich in welchem Winkel. Östlich von Neu Töplitz zieht sich ein sumpfiger Gürtel aus Bruchwald hin, der mal etwas Zuwendung von Menschenhand vertragen könnte und über den Abzugsgraben in den Sacrow-Paretzer Schifffahrtskanal entwässert. Gleich dahinter beginnt der einsame und weite Norden der Insel mit weiten Blicken bis nach Potsdam oder Nauen.

Hölzernes Stillleben bei Göttin
Hölzernes Stillleben bei Göttin

Streuobstwiesen wechseln ab mit Kiefern-, dann mit Birkenwald, und voraus schiebt sich die Kajüte eines Schubverbandes durch die Landschaft und markiert klar den Verlauf des erwähnten Kanales, der für eine direktere Verbindung zwischen den Städten Brandenburg und Potsdam sorgt. Schließlich führt ein Weg vorbei an klammen Auenwiesen schnurstracks hin zum Göttinsee, zuletzt noch durch ein Wäldchen von Robinien, die mit erstem diffusem Laub schon jetzt das typisches Licht solchen Waldes schaffen. Am gegenüberliegenden Ufer des weiten Sees sind einige Häuser von Paretz zu sehen, weiter hinten in hellem Grau der hohe Speicher im Hafen von Ketzin.

Göttin

Wer einen Fuß in den See stecken möchte oder noch mehr von sich, kann dies direkt in Göttin tun, wo es einen einladenden Rastplatz gibt mit Seeblick-Schaukel und Bänken. Entlang des Uferwegs liegen schöne Gärten, einer ist klein und besonders verspielt und warnt ausdrücklich mit den Schildern „Spielen erwünscht“ und „Betreten der Baustelle nur für Kinder“. Gleich dahinter liegen Teiche schwarz im Bruchwald, und gegenüber am Seeufer haust eine Weide, spektakulär aufgespalten, mit langarmig abgelegtem Holz. Gleich daneben ruhen landunter zwei  Holzkähne an ihrem Steg. Oben in den Wipfeln halten ein paar kohlrabenschwarze Raben eine angeregte, geordnete Debatte. Ohne Aggression, doch mit Nachdruck in den Argumenten, so zumindest klingt es.

Kuhweiden zwischen Göttin und Klosterberg
Kuhweiden zwischen Göttin und Klosterberg

So wie nördlich von Göttin liegen auch hier im Süden des Weilers ausgedehnte Weiden, die lose bevölkert werden von Kühen und allerlei Kälbchen, die ihre ersten Schritte schon ein paar Tage hinter sich haben. Von vorne kommen Radfahrer, die mit Sicherheit keine Insulaner sind, gerade vom Sattel rutschen und gemeinsam die Kuhweide im Detail entdecken. Gesteuert wird der Verband von der Mutter, die sich und ihre zwei Jungs im höheren Grundschulalter vom Helm bis zum Clickpedal-Schuh in hauteng sitzende High-Tech-Kleidung mit dezent eingenähten Protektoren verpackt hat. Die Farbgestaltung sieht hochpreisig und nach Profi-Rennen aus, ebenso die Mountain-Bikes. Der zu vermutende Zeitaufwand in der Ankleide lässt hoffen, dass er gerechtfertigt war und alle Berge und Höhenzüge der Insel mindestens einmal bezwungen wurden bzw. noch werden. Oder die Familie einfach so einen schönen Tag auf der Insel hat, ganz frei von einem Pensum oder Plan.

Der Klosterberg mit seinem langen Südhang
Der Klosterberg mit seinem langen Südhang

Hinter einem Waldstreifen öffnet sich dann eine teilweise wasserdurchtränkte Weite, die an das Vorland von Salzwasserküsten erinnert. Weit voraus sind Reihen von hochgewachsenen Pappeln zu sehen und der markante Fernmeldeturm auf dem Wachtelberg bei Phöben, rechts liegen feuchte Flutwiesen mit umgestürzten Pappeln, die unbeeindruckt weiterwachsen. Dahinter ein Schilfgürtel und das Wissen um die Bögen der breiten Havel. Beim Blick Richtung Binnenland zeigt noch einmal der Klosterberg sein elegantes Profil, mit dem weit auslaufenden Rebenhang gen Süden. Das dürfte über ein paar Fläschchen so zum Spaße weit hinausgehen, wenn die Töplitzer Weinlese ansteht und sich der diesjährige Ertrag abschätzen lässt. Falls es ein Winzerfest gibt später im Jahr, sollte man sich den Termin schon mal vermerken.

Plattes Land im Inselsüden

Im weiten Bogen führt der Wiesenweg um den Berg herum bis zur Alten Fährstraße, deren über die Straßenmitte gebeugtes Ziegelstein-Pflaster mit den Zeiten rundgeschliffen wurde. Die Eichenallee führt auf direktem Weg zur Havel, zu der Stelle am Ufer, wo die Fähre nach Phöben übersetzte. Jetzt sitzt dort ein Angler, glücklich über diesen Tag und euphorisch im Auswerfen seines Blinkers. Direkt daneben steht die perfekte Bank für ein verschwiegenes Päuschen. Der Blick fällt aufs gegenüberliegende Ufer, wo fast schon pittoresk eine Reihe bunter Lauben dicht am Ufer hockt, mit winzigen Parzellen drumherum und ziemlich sicher einem Steg für jede einzelne von ihnen. Ein Motorbötchen, so eins mit Windschutzscheibe und Lenkrad, läuft gerade ein im großen Bogen und tut das so würdig und erhaben, wie es eben geht in dieser Größenordnung. Krönt das Glück dieses Tages am anderen Ufer.

Alte Ziegelsteinallee
Alte Ziegelsteinallee

Voraus ins Land ragt eine lange Reihe alter, baumeshoher Weidenbüsche. Die Eichenallee setzt sich fort bis an den Rand von Töplitz. Nach rechts bietet sich ein Bild, wie es selten ist im Land Brandenburg – weit hinten streckt sich kilometerbreit die Autobahn übers flache Tal, gestützt auf breite Pfeiler. Ist nicht zu hören, dank des Windes, der eher von Westen kommt. Ein schmaler Pfad führt vorbei an Pferdekoppeln und einem alten Schlot. Aber hier geht es jetzt eine Weile am Wasser lang, nicht direkt am Ufer, doch mit Sichtkontakt zur kleinen Havelwelle. Und einem hübschen Badestrand mit Liegewiese.

Phöbener Ufer gegenüber
Phöbener Ufer gegenüber

Töplitz

Ein schön geschwungener Plankenweg gibt den Auftakt für den leichten Zickzack-Kurs, der vorbei am zugeknöpften Hafen und hinter den Grundstücken wieder etwas Uferkontakt gestattet und damit einen kurzen Blick über den Kleinen Zernsee. Vorn die Straße ist schon wieder staubig trocken, obwohl noch gestern Regen fiel, doch das ist bekannt hier von der Gegend. An ihrem Rand wird Wild vom Insel-Jäger angepriesen.

Die Brücke der Autobahn ist erst zu sehen, dann zu hören, und gleich dahinter steht das Tor zum Hafen Ringel offen, das ist der für die Sportboote. Wobei angesichts der vielen Motoryachten und der wenigen Segelboote das mit dem Sport relativ zu sehen ist. Vier Männer, zwei davon mit ausgeprägter Ringmuskulatur, tragen im wiegenden Gleichschritt vier Gerüststangen vom Hafengelände zu einem Platz außerhalb des Hafengeländes und verdienen sich damit die Anerkennung Anwesender und den redlichen Genuss der Abendbiere. Fast schon unter der Autobahnbrücke steht auf dem Trockenen und scheinbar hoch über seinem Kiel ein smartes Dampferchen mit schmaler Taille und dem Namen „Andrea Doria“, der verschiedene Deutungen zulässt.

Lange Brücke über dem Haveltal
Lange Brücke über dem breiten Haveltal

Gleich nach dem Gelände des Hafens beginnt unmittelbar eine andere Welt – die des Wolfsbruchs. Nur ein einziger Weg führt auf diese große Halbinsel, die ein Paradies für Wasservögel sein muss. Die unmittelbare Nähe der Autobahn ist kaum wahrzunehmen. Direkt voraus wäre quer über den Großen Zernsee theoretisch die Insel mit der Altstadt von Werder zu sehen. Praktisch ist es eher die Brücke am Südende des Sees, vielleicht mit den Werderaner Kirchturm dahinter oder dem nach oben zeigenden Flügel der Bockwindmühle. Das wäre dann ein Blick von Insel zu Insel, quasi interinsulär.

Plankenweg am Ufer in Töplitz
Plankenweg am Ufer in Töplitz

Einhaus

Am Rande des Wolfsbruches lässt sich unterhalb des Schwarzen Berges ein komplett zweckfreier, doch reizvoller Abstecher aufs Festland einschieben. Der schattige Alleeweg endet an einer sehenswerten Fußgängerbrücke, die hinüber führt nach Einhaus. Um dem Abstecher mehr Gewicht zu verleihen als das bloße Wechseln des Ufers, steht hier vor dem Rückweg eine winzige Runde bereit. Wer gleich auf dem Festland bleiben will, kann von hier in ca. 3 Kilometern den Bahnhof Golm erreichen.

Geschäftiges Hin und Her am Sportboothafen
Geschäftiges Hin und Her am Sportboothafen

Vom Schwarzen Berg führt der Weg zwischen Waldhang und Bruchwald nach Leest. An einer Stelle scheint ein riesengroßer Müllsack mit mittlerweile historisch wertvollen DDR-Abfällen geplatzt zu sein, die sich weitflächig über den Bruchwald verteilt haben. Da sind alte Spülmittel-Flaschen, Fischdosen, Margarine-Deckel, Kaffee-Tüten und auch Gläser und Flaschen aller Art, die eindrucksvoll zeigen, wie farbecht das damals alles war – einiges ist verblasst, vor allem auf Metal, doch die Farben auf Kunststoffverpackungen sind noch kräftig wie eh. Vielleicht ließe sich jemand finden, der begeisterter Sammler ist und den ganzen Kleinkram aus der Botanik klaubt – und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Am Sportboothafen
Am Sportboothafen

Danach kommen wir vorbei an einigen Ufergrundstücken, die auf spartanische und zugleich luxuriöse Weise dem Verbringen schöner Stunden der Freizeit gewidmet sind – wirksam konzentriert auf das Wesentliche. Als Maßnahmen der Vorbereitungen einer abendlichen Herrenrunde knackt schon ein Lagerfeuerchen, um das zwei von ihnen sitzen. Ein Dreibein steht bereit mit einem Hängerost. Ein Dritter älteren Semesters steht konzentriert auf seinem Kahn in einem Teich, der nicht viel größer als der Kahn ist, und zielt mit einer ebenso konzentrierten Angel auf den Teich. Ein Vierter schließlich eilt herbei auf Frauchens Rad, und ebenfalls von ihr stammt auch der weiche Korb aus Schilfgeflecht, der mittig am Lenker hängt. Darin sorgsam abgelegt wie ein Neugeborenes sind Bierflaschen, Hals zu Hals gestapelt oder Krone zu Krone. Die sind vermutlich gleichzeitig Plan A, Plan B und sichere Bank für alle vier, falls der im Kahn nichts für das Dreibein liefern kann.

Leest

Hinter einem Pferdehof geht es im Bogen hinauf zur Landstraße und über die Autobahn, rechts davon liegen zwischen Leest und Eichholz die beiden höchsten Erhebungen der Insel. Hinter der Obstplantage begrüßt ein großes Schild die Gäste auf der Insel, und am abzweigenden Wege treffen wir nun auf die ersten blühenden Kirschbäume dieses Jahres – ein wunderbares Geschenk zum Abend und eine schöne Vorausschau auf die Zeit der Obstblüte am Ende dieses Monats.

Der Fußgängersteg bei Einhaus
Der Fußgängersteg bei Einhaus

Zurück in Töplitz lockt hinterm Friedhof noch ein kleiner Schleichweg hin zur Kirche, deren Kirchhof trotz seiner Winzigkeit verzweigt und auch verwunschen wirkt. Die Kirche selbst ist offen, drinnen empfängt eine große Klarheit in der Gestaltung, dazu die unvergleichliche Stille eines solchen Raumes und nicht zuletzt die charakteristische Luft aus Holz und Stein und Kerzenwachs. Ein bunter Strauß steht am Altar und zeigt hier noch einmal, wie fortgeschritten schon der Frühling ist.

 

 

 

 

 

Anfahrt ÖPNV (von Berlin): 1-2stündlich mit Regionalbahn und Bus 612 über Potsdam und Bhf. Golm (ca. 1,25-1,5 Std.)

Anfahrt Pkw (von Berlin): über Land (Charlottenburg-Spandau-Groß Glienicke-Neu Fahrland-Marquardt, dann kurz Berliner Ring, wahlweise auch Steglitz-Wannsee-Potsdam-Bornstedt-Leest) oder über den Berliner Ring, Ausfahrt Leest (ca. 1 Std.)

Länge der Tour: ca. 18,5 km, Abkürzungen, Teilung und Varianten sehr gut möglich (die Insel hat ein dichtes Netz an Wanderwegen)

 

Download der Wegpunkte

 

Links:

Tourismus-Informationen von der Insel

Weingut Töplitz

Informationen zum Werderaner Ortsteil Töplitz

Ideen für ein Wassertaxi zwischen den Ortsteilen von Werder

 

Einkehr: Hotel Mohr, schräg gegenüber der Töplitzer Kirche (keine eigene Erfahrung)
Landgasthaus Mühlenberg (an der Straße Zur alten Fähre)(zwischen Töplitz und Neu Töplitz) (keine eigene Erfahrung)
Besenwirtschaft des Weingutes auf dem Weinberg, Neu Töplitz (keine eigene Erfahrung)
Hafenrestaurant und Biergarten am Yachthafen Ringel (italienische Küche)